von BORSTEL History
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Sicut ad irriguum Paestana rosaria fontem Sic
Virtus placet in nobiliore Viro Gens
pereat, genus intereat, sine sine manebit Nomine cum pulchro fama, perenne decus ” |
Wappen |
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Wie Schön die Rosen stehn an klaren Wasserbächen So
ist die Tugend schön an einem edlen Mann Vergeht
Glück und Geschlecht, der Tod kan doch nicht brechen Den Ruhm der einmal hängt dem wehrten Namen an ”
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von Borstel (ursprünglich vom dem Borstel; auch Borstele, Borstelde)
Historische
Betrachtungen über den Adel in Stade und Kehdingen nebst einer Übersich von
Dr. jur. Werner von Bargen, Botschafter a. D.
bei
Friedrich Schaumburg: Stade 1970.
Eine
der wenigen eingeborenen Kehdinger Adelsfamilien, sie stammt aus Borstel bei
Bützfleth (Kehdingen) und erscheint schon 1258 mit Ritter Heinrich von Borstel
urkundlich. Die Familie hat sich außerordentlich verbreitet und ist noch jetzt
in Kehdingen zahlreich vertreten. Schon im 13. Jahrhundert treffen wir unter den
Rittern und Knappen die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und
Sachsen-Lauenburg sowie der Grafen von Holstein Vertreter der Familie. Dagegen
sind sie unter den Ministerialen der Bremer Erzbischöfe im 14. und 15.
Jahrhundert urkundlich nicht zu finden, werden aber um 1500 von Erzbischof
Johann Rode in seinem “Registrum” unter den Kehdinger Dienstmannen
der Bremer Kirche aufgeführt. Sie haben auch zu den Stader Patriziern gehört
und der Stadt Bürgermeister und Ratsherren gestellt.
Mushard
(S.135) vermutet Abstammung der Familie v.d. Borstel von den von der Hude, was
zweifellos irrig ist. Als ersten nennt Mushard Johannes der Borstelde, für den
Herr Wilcken Kehding von Marßel 1297 als Bürge auftritt. Die älteren Urkunden
scheinen Mushard nicht zugänglich gewesen zu sein. Aus dem 14 Jahrhundert
führt er aber noch eine Anzahl von Vertretern der Familie an und rechnet
schließlich auch Jodocus der Borstelo (auch Bordeslo), der 1529 Abt zu Stade
war, zu der Familie.
Wie
viele Kehdinger Adelsfamilien ist auch die Familie v. B schon frühzeitig
heruntergekommen, so daß sie bei Wiederaufstieg im 16. Jahrhundert vom
Erzbischof von Bremen eine Adelsbestätigung erhalten hat. Diese Bestätigung
hat am 3. Dezember 1566 Georg von Gottes Gnaden der Ertz- und Stiffter Bremen
und Verden Bischoff, Administrator zu Minden, Hertzog zu Braunschweig und
Lüneburgk, uff unserm Hause Vörde (die erzbischöflichen Burg in Bremervörde)
ausgefertigt für den langjährgen Gräfen im Lande Kehdingen, Moritz vom
Borstel, seinen Bruder Heine, samt ihren Kindern, sowie seinen Vetter Carsten
von dem Borstel. Er begnadet die Genannten, mit der Adelichen Freyheit,
die ihre Eltern hierbevorn gehabt, und andere von Adel in unserm Land Kehdingen
noch geprauchen. In der Musterrolle der Bremischen Ritterschaft, die Erzbischof
Heinrich von Bremen wenige Jahre später, nämlich am 3. Juli 1572 aufstellen
ließ, sind Moritz und Thomas von dem Borstel genannt, nicht aber Heine und
Carsten. Daß die andern von Borstel, die in der Adelsbestätigung nicht genannt
sind, vom selben uradligen Stamm sind, dürfte nicht zweifelhaft sein. (So auch
Krause, Pfarrgeistlichkeit und Ritterbürtige S.293.)
Ob
die Namensform Bordelso mit Borstel gleichzusetzen ist, wie Mushard es bei
Erwähnung des Stader Abtes Jodocus de Bordeslo (oder Borstelo) tut, ist sehr
fraglich. Hefner führt in seinem Stammbuch des deutschen Adels eine Familie von
Bordeslo auf und bemerkt dazu, es sei ein im Lüneburgischen, Hoyaschen und
Kalenbergschen seßhaftes Geschlecht, das 1411 urkundlich erscheine und 1622
erloschen sei. Der Abt wird daher aus dieser Familie stammen. (Vgl. dazu den
besonderen Abschnitt über Bordeslo !)
Die
Kehdinger Familie v. Borstel ist nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen
Familie, die aus Borstel im Kreise Stendal stammt, erst seit 1375 bekannt ist
und in der Altmark seßhaft und reich begütert war. Sie führt als Wappen in
silbernem Schilde zwischen 3 schwarzen Adlerflügeln in der Mitte ein grünes
Kleeblatt. Die Kehdinger Familie dagegen hat von altersher 3 rote Rosen in
silbernem Feld geführt; auf dem Helm 3 Straußenfedern, s.- r.- s. und rot-silberne
Decken. Dieses Wappen ist nicht etwa bei der Adelsbestätigung verliehen worden,
sondern findet sich schon in frühester Zeit
In Hamburg gibt es seit dem 17. Jahrhundert eine aus Kehdingen stammende Familie von Bostel, aus der einer Bürgermeister von Hamburg war. Sie führt eine Rose im Wappen. Zweifellos ist sie ein Zweig der von Borstel, denn auch in Kehdingen kommt der Name in dieser etwas verkürzten Form vor. (siehe den Grabstein des Hinrich v. Bostel von 1709 mit dem Borstelschen Wappen auf dem Krautsander Friedhof.)
(From the book “ERZBISCHOF GISELBERTS STADER TURNIER VON 1300 IN SEINEN AUSWIRKUNGEN” pages 98-99.)